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Dienstag, 25.07.2006

Zur Erholung nach Paris


(Meine Wenigkeit vorm Arc d.T.)


Nachdem hier in den letzten Woche ja echt mal tote Hose war, hab ich nun mal wieder die Kraft und den Aufhänger gefunden ein paar Zeilen niederzuschreiben: Paris.

Wie ich schnell gemerkt habe, war es keine gute Idee direkt nach der letzten Magisterprüfung voll ins ?Jobben? einzusteigen. Ohne die notwendige Ruhephase blieb der Kopf randvoll und zeitgleich leer. Ein Glück habe ich es mir nicht nehmen lassen mit der Familie meiner Freundin nach Paris zureisen und den Reiseführer zu mimen. Wobei es mich immer noch wundert, dass drei Tage endloser Fußmärsche Erholung spenden können.
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Mittwoch, 31.05.2006

Bild warnt vor Fremdenfeindlichkeit (und meint aber eigentlich was anderes)


Als ich so eben im Pressing der Torfabrik auf einen Link zu einem Kommentar des Sport-Bild ?Journalisten? Gottschalk, der moralische Entrüstung heuchelt, stieß, hat mich dies nur einen Moment lang verwundert. Ohne jeglichen Hinweis auf die Herkunft und den Zusammenhang echauffierte dieser sich über eine Aussage des neuen Borussen Trainers Heynckes, in der Bundesliga gebe es eine ?Schwemme mittelmäßiger ausländischer Spieler?. Nun inwieweit diese Aussage, wenn sie denn von Heynckes stammt, berechtigt ist oder nicht, ist an dieser Stelle schwer einzuordnen, da sie in dieser verkürzten Form kaum Grundlage einer sinnigen Erörterung sein kann. Was man jedoch getrost festhalten kann ist, dass Gottschalk da gelinde ausgedrückt etwas viel hinein interpretiert, wenn er Heynckes unterstellt, dies sei Neonazi-Jargon. Dass Bundesliga Vereine in Folge des Bosman-Urteils von 1995 häufig fertigausgebildete ausländische Fußballer den eigenen Jugendspielern gegenüber bevorzugt in ihren Kader aufnähmen, ist in dem vergangen Jahrzehnt bereits von zahlreichen Fußball-Experten kritisiert worden, ohne dass diese in dem Verdacht des Rassismus stünden.

Borussenfans machen sich bei der BILD unbeliebt. (Quelle: borussiafotos.de)

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Mittwoch, 24.05.2006

Firefox lässt User Werbung basteln

Mittlerweile ja ganz groß in Mode: Produktwerbung zum mitmachen. Auch die Jungs und Mädels vom Firefox haben sich gedacht, warum selber ausdenken, lassen wir doch die User unsere Werbung basteln. So haben viele fleißige Hände zahlreiche nette Werbefilmchen zusammen gestellt. Und da ich selber passionierter Nutzer bin kann ich mich dessen Reiz nicht entziehen. (via Roger)



Was nicht passt, wird passend gemacht

Mitten in der aktuellen intensiven Diskussion um die rechtsextremistische Bedrohung in der Bundesrepublik stellte Schäuble nun den Verfassungsschutzbericht 2005 vor. Ich glaube zwar nicht daran, dass Schäuble größeren politischen Einfluss auf diesen Bericht hat oder der Verfassungsschutz auf seinem rechten Auge übermäßig blind ist. Aber mir ist beim aktuellen Bericht schon etwas Merkwürdiges aufgefallen. Während der aktuelle Verfassungsschutzbericht wie in den Vorjahren ausdrücklich kein vollendetes Tötungsdelikt verzeichnet, wohingegen NGO?s zu weilen auf mindestens 135 getötete Opfer rechtsextremer Gewalt seit 1990 hinweisen, berichtet der Verfassungsschutz selber in einer Broschüre mit ?Stand: Mai 2005" von einem vollendeten Tötungsdelikt als Beispiel für rechtsextreme Gewalt.

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Freitag, 19.05.2006

Wenn ich nur fest genug die Augen verschließe, dann gibt es kein Problem

?Deutschland diskutiert über den Rechtsradikalismus und wie man ihn wirksam bekämpfen kann.? Wie gerne hätte ich einen Artikel mit genau diesem Tenor geschrieben. Leider ist dem nicht so. Anders als in den Debatten zur Kriminalität jugendlicher Migranten, Stichwort Rütli-Schule, fürchtet man sich plötzlich vor der Stigmatisierung ganzer Bevölkerungsgruppen. Und so debattiert Deutschland darüber, ob man über den Rechtsextremismus sprechen darf.

 

Katharina Reiche von der Union meint: ?Die Vorwürfe von Uwe-Karsten Heye sind ungeheuerlich?. Nein Frau Reiche, nicht die Aussagen sondern die rechtsextremistischen Gewalttaten sind es.

Richtiger Weise schreib Marian: ?Nicht derjenige ist ein Nestbeschmutzer, der auf den Schmutz im Nest hinweist, sondern derjenige, der durch Verharmlosung und Leugnung des Schmutzes dafür sorgt, dass dieser bleibt, wo er ist, nämlich im Nest.? 

 

Und wo wir schon einmal dabei sind, wäre es nicht schlecht gewesen Frau Reiche hätte sich das Interview einmal im Wortlaut angeschaut, bevor sie los krakelt, Heye konterkariere ?die allseits anerkannten Leistungen der Großen Koalition in Brandenburg bei der Bekämpfung von Fremdenfeindlichkeit?. Genau diese hebt er nämlich zuvor lobend hervor. Auch die Feststellung das es ?No-Go?-Areas oder in der dortigen Umgangssprache ?nationalbefreite Zonen? in Brandenburg gibt, stammt nicht erst von Heye, sondern vom brandenburgischen Verfassungsschutz.

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Montag, 24.04.2006

Was ich so in den letzten Tagen getrieben habe

Mein aktuelles Projekt "Pimp" den  Internet-Auftritts der Jusos Düsseldorf ist just vor wenigen Stunden ins Netz gegangen. Gemeinsam mit Fabian hab ich mich in den vergangenen Wochen in Wordpress reingefuchst und die Seite zusammen gezimmert. Und so schaut er aus:



Der alte Auftritt war etwas altmodisch geworden. So ganz Web1.0, ein reiner Ein-Kanal-Auftritt. Sehr statisch und ganz auf "Top-Down" getrimmt. Veröffentlicht wurden im Prinzip nur Vorstandstexte, da das Publizieren recht kompliziert war und die Trennung von Schreiben und Veröffentlichen dazu geführt hatte, dass Fabian und ich nicht nur das Veröffentlichen an der Backe hatten, sondern auch die anderen wenig Antrieb zum schreiben hatten. Nun dies soll jetzt anders werden. Nicht zuletzt, da wir eine Vielzahl von Arbeitskreisen zu verschiedensten Themen gegründet haben. Zumindest die jeweiligen AK Sprecher sollen jetzt ihre Termine selbst bekanntgeben und über die Ereignisse in ihren AK's berichten.

Jetzt bin ich gespannt, ob meine Juso-Kollegen auch mitziehen. Und ob sich der Zeitaufwand und das zeitweilige Brachliegen meines Blogs gelohnt haben. Wenn wir weiterhin nur ein paar Termine posten und ab und an eine Stellungnahme des Vorstands, dann hätten wir auch auf der alten Website bleiben können. Was das bisherige Feedback angeht bin ich aber froher Dinge. Auf der Präsentation am vergangenen Donnerstag waren alle sehr interessiert und offen neue Wege in unserer Kommunikation mit der Außenwelt zugehen. Wir haben ja auch nichts zu verstecken.
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Junge Nacht der Kunst in Düsseldorf




So schauts aus, wenn Düsseldorfer Kulturwissenschaftsstudenten ein Projekt durchführen. Eigentlich wußte ich gar nicht worauf ich mich einlasse. Irgendwie Kunst und Party gemischt und im Museum Kunstpalast. Mundpropaganda halt. Also traf ich völlig ahnungslos am Samstag auf der jungen nacht ein. Und war etwas überrascht. Das Ganze war keine leichte Kost. Eher ein Add-on zur aktuellen Ausstellung im Kunstpalast zu Ehren der düsseldorf stämmigen Nachkriegskunst der Kunstbewegung Zero.
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Donnerstag, 06.04.2006

Auf der Welle der Integrations-Hysterie

Momentan bieten die Geschehnisse an der Rütli-Schule den rechten Scharfmachern die Bühne für ihre Parolen.* Nachdem sich Jahrelang in die Tasche gelogen wurde, Deutschland sei völkisch zu definieren und in diesem Sinne Fremde lebten hier unter "Duldung" und damit nur auf absehbare Zeit bis sie wieder heimgeschickt werden, versucht man nun panisch Jahrzehnte ausgelassener Integrationspolitik nachzuholen.  Und droht dabei die zweite deutsche Einheit zuverspielen, wie der Spiegel befürchtet. Um in der Praxis die Lufthoheit überm Stammtisch zugewinnen und den Migranten unter Garantie die Integration zu verbauen braucht man sich nur an  die 10 Regeln der Desintegration hängen, die Heribert Prantl in der SZ aufgestellt hat. (via Küchenkabinett)

Sehr schön dazu die heutige Karikatur in der SZ, welche die  Bedeutung der ständigen Forderung von Unions-Kadern verdeutlicht: "Integration ist keine Einbahnstraße."

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Samstag, 01.04.2006

Männerquote?

Nun von der Frauenquote hat man ja schon so einiges gehört. Um diese Besetzungshürde kann auf diversen Parteiveranstaltungen und vor allem beim gemütlichen Teil im Anschluss daran des Häufigeren Diskussionen darüber verfolgen, ob sie denn noch sinnvoll sein. War sie früher im Zuge der Emanzipation sicherlich äußerst sinnvoll, stellt sie doch einige Partei-Gliederungen vor ziemliche Schwierigkeiten der Quote zu entsprechen.

Nicht allzu neu ist dabei das Klagen unterlegener männlicher Kandidaten, nicht aufgrund fachlicher oder sonst wie qualifizierender Eigenschaften sondern schlicht aufgrund dieser Quote blockiert zu sein. Manch einer versteigt sich gar zu tiefgreifenden Thesen, wonach diese "systematische" Aufhebung der Qualität als Kriterium für einen Teil der Ämter und Mandate dazu führe, dass dies die Qualität der Entscheidungen der gesamten Partei gefährde.

Auf dem Landesparteitag jedoch liegt der Fall anders. In einer Kampfabstimmung um die vier stellvertretenden Vorsitze setzten sich drei Frauen durch. Der Pottblog stellt daher die Frage wie es um die Männerquote steht. Da ich davon ausgehe, dass die übrigen SPD'ler wie ich selbst jeglichen Machismo ablehnen und Gleichberechtigung tief in der sozialdemokratischen Kultur verankert ist, könnte man meiner Meinung auf Quotierungen jeder Art verzichten.

Mein Landesparteitag

Auch auf einem NRWSPD Landesparteitag regiert König Fußball die Welt. Und wenn die echte Borussia und die Schwarz-Gelben am gleichen Tag aufeinander treffen, an dem sich Sozialdemokraten aus NRW zu einem Parteitag zusammenfinden, dann bleibt das Austauschen lokalpatriotischer Fußball-Zu- und Abneigungen nicht aus. Und somit werde ich um 17.15 ein Bierchen auf Kosten vom Jens vom Pottblog genießen.

Etwas schwierig ist es dabei, in der  Pressezine nicht laut aufzuschrein, wenn Nando Rafael in der 6. Spielminute das 1:0 in die Maschen ballert.